(eine Auswahl)

 

DAS GEDICHT #33, jung & alt, Hrsg. Anton G. Leitner

 

 

Der gleiche Stiefel

Ich hab` sie noch immer:

die Stiefel von dir mit

den eisernen Kappen

dem rissigen Leder

den Schnürsenkeln, sorgsam

im Zickzack gebunden

damit sie Erde und

Wasser behalten –

 

den Boden für Minze und Rosmarin.

 

 

 

 

Spaltbreit

morgens gieße ich einen Wunsch in den Ginkgo

hinter Tapeten war immer ein Spalt und

nebenan die Türen einen Spaltbreit offen

 

was ich wagen will winkt mich heraus im

Spiegelbild einer Tasse Tee sehe ich: nichts

wandelt schneller als der (r)echte Moment

 

abends starre ich sanfte Kerben in die Dielen

zwischen den Stühlen und unter mir die

Wanzen, atmen meinen Rauch.

 

 

 

#kkl Magazin für Kunst, Kultur und Lyrik -

 https://kunstkulturliteratur.com/2025/03/23/weitsicht/

 

 

Weitsicht

Wir schärften unsere Blicke

in der Unschärfe des Horizonts

weiter Landschaften.

 

Wir bestiegen den schönsten Hügel

den nur Du kanntest,

alle Sterne sehend.

 

Wir stiegen nicht eher hinab

bis jeder einen Namen trug

und jedes Mal

wenn der Morgen graute

wurden wir andere.

 

 

 

in trockenen Tüchern

wieder winden wir heraus was groß war die Sonne

tropft aus Weizenähren fallen demütige Blicke wie

Feigen als Little wing erklingt aus weißen Fasern

riechen Hälse und Hände verwischen Spuren von

nassem Gras deine Bilder wehen rötlich entgegen

zum Abschied ist alles in trockenen Tüchern.

 

 

 

SCHAUINSBLAU -

https://www.schauinsblau.de/waehrend-ich-so-schreibe-2023/

 

uvm.....